Schlossleute

Margarethe „Maultasch“
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Margarethe Gräfin von Tirol (* 1318 in Tirol † 3. Oktober 1369 in Wien) war die letzte Gräfin von Tirol und gab ihrem Burggrafen Petermann von Schenna die Erlaubnis und den Auftrag, eine neue Burg zu errichten, die etwa 1350 fertig gestellt war, das heutige Schloss Schenna. Ihre erste Ehe mit Johann Heinrich von Luxemburg blieb kinderlos, in ihrer zweiten Ehe mit Ludwig von Brandenburg hatte sie einen Sohn, Meinhard III., der aber bereits 19jährig 1363 verstarb. Daraufhin übergab Margarethe per Vertrag das Land Tirol den Habsburgern, in deren Besitz es bis 1918 sein sollte. Der Beiname „Maultasch“ wurde erstmals um 1366 erwähnt und bedeutet soviel wie „Hure, liederliches Weib“ und fand hauptsächlich in der päpstlichen und böhmischen Propaganda Anwendung.

Erzherzog Johann
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Er gilt als einer der umstrittensten und gleichzeitig genialsten Mitglieder des Kaiserhauses, geprägt von seinem der Aufklärung verschriebenen Vater, Kaiser Leopold II., hingewandt den Bedürfnissen und Hoffnungen der einfachen Bevölkerung, berühmt geworden durch seine morganatische Ehe mit der bürgerlichen Anna Plochl aus Bad Aussee. Geboren 1782 in Florenz, wuchs er wohlbehütet im Palazzo Pitti auf, führte immer ein unstetes „Nomadenleben“, wurde militärisch verheizt und politisch missbraucht: als Reichsverweser der Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche konnte er den hohen Anforderung seitens der Preußen und Österreicher an sich und sein Amt letztlich nicht gerecht werden. Der Schwerpunkt seines segensreichen Wirkens lag in der Steiermark, seine große Liebe aber galt Tirol. So erwarb er 1845 die Herrschaft Schenna als Tiroler Stammsitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran. Durch pionierhafte Errungenschaften in Weinbau, Geologie, Mineralogie, Alpinismus, Geognostik, Landschaftsmalerei und in der Pflege der Volkskultur, sowie durch seine Beteiligung am Tiroler Aufstand 1809 blieb Erzherzog Johann in Tirol unvergessen.

Ursula von Starkenberg
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Ihre Lebensdaten sind weitgehend unbekannt, man weiß aber, dass sie als eine Truchsess von Waldburg mit Hans von Starkenberg, dem Besitzer von Schloss Schenna, verheiratet war. Berühmt wurde sie, weil sie das Schloss in der Belagerung 1422/23 durch Herzog Friedrich „mit der leeren Tasche“ mit 43 Mann sechs Wochen lang erfolgreich verteidigte, bevor sie im Januar 1423 einem vierwöchigen Waffenstillstand zustimmte und damit die Belagerung ohne Schäden am Schloss und ohne hohe Blutopfer beenden konnte.

Franz Josef Graf von Meran
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Bereits in fünfter Generation sind die Grafen von Meran Besitzer der Herrschaft Schenna. Nach seinem Ur-Ur-Großvater Franz Ludwig (1839-91), seinem Ur-Großvater Johann (1867-1947) und seinem Großvater Franz (1891-1983), trägt nun Franz Josef Graf von Meran (* 1964) die Verantwortung, den Familienbesitz durch die Zeiten zu führen. Er selbst lebt und wirkt am heutigen Stammsitz der Familie, Schloss Stainz in der Steiermark. Land- und Forstwirtschaft sind hier die vorwiegenden Tätigkeiten, wobei sein großes Anliegen der Jagd und der Hege gilt, womit er sich wieder in der Tradition seines großen Ahnen, Erzherzog Johann, bewegt. Im Schloss Stainz sind heute ein Landwirtschaftsmuseum und ein Jagdmuseum untergebracht, beides betrieben vom Universalmuseum Joanneum, einer Gründung Erzherzog Johanns, die 2011 ihr 200jähriges Bestehen feierte.

Die Grafen zu Lichtenstein
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Mit den Lichtensteinern erfährt Schloss Schenna seine erste Blüte. Sie bauen das Schloss um, erweitern es wesentlich und richten es als einen ihrer bevorzugten Stammsitze ein. Das 1489 durch das Prädikat „Castelkorn“ geadelte Geschlecht stammt ursprünglich aus Leifers im Südtiroler Unterland und erwarb sich hohe Verdienste als treue Heerführer, erfolgreiche Beamte und gevifte Diplomaten des Kaisers und der Tiroler Landesfürsten. Die Lichtensteiner stiegen schließlich auf zu einer der führenden Adelsfamilien des Landes und waren Besitzer von Schloss Schenna von 1496 bis zu ihrem Aussterben 1747. Mit dem Fürstenhaus von und zu Liechtenstein, dem steirischen Ministerialengeschlecht von Lichtenstein und den Süddeutschen Lichtensteinern (Schwäbische Alb) besteht kein verwandtschaftliches Verhältnis, lediglich eine Namensähnlichkeit.

Johanna Gräfin von Meran Spiegelfeld
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Von ihrem Bruder, Franz Graf von Meran, ist ihr die Verwaltung von Schloss Schenna, wo sie mit ihrem Mann, Franz Graf von Spiegelfeld, und den mittlerweile großjährigen Söhnen Leopold und Philip lebt, übertragen worden. Auch das Mausoleum gilt es zu betreuen, wo ihre Ahnen, Erzherzog Johann und seine Familie, begraben liegen. Sie und ihr Mann pflegen auch den landwirtschaftlichen Betrieb Thurnerhof mit Äpfeln, Birnen, Kastanien, Nüssen und Wein, sowie mit dem 1996 eröffneten „Wirtshaus Thurnerhof“. Renovierungen und Revitalisierung des anvertrauten Besitzes sind das Ziel, und auch die Durchsetzung neuer, innovativer Ideen, die eine authentische Überlieferung in eine gute Zukunft möglich machen.

Andreas Hofer
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Der Anführer des Tiroler Freiheitskampfes von 1805 bis 1809 gilt heute noch als Inbegriff für Vaterlands- und Heimatliebe, Historiker gönnen ihm allerdings nicht mehr unumstritten seinen Platz in der Tiroler Geschichte. Gleichwohl wäre 1809 ohne ihn und ohne sein Zutun nicht denkbar. Seine freundschaftlich-respektvolle Beziehung zu Erzherzog Johann und die Unterstützung des Kaiserhauses trugen den Aufstand in seinen Anfängen. Politische Opportunität des Hofes in Wien aber gaben letztlich den Ausschlag dafür, dass Tirol aufgegeben und Andreas Hofer von den Franzosen gefangen und in Mantua am 20. Februar 1810 hingerichtet wurde. Dank Erzherzog Johann, der gegen alle Widerstände seine Treue zu Tirol und zu den Tirolern bis zu seinem Lebensende bewahrte, befindet sich heute auf Schloss Schenna die größte private Andreas-Hofer-Sammlung. Herzstücke sind Andreas Hofers Wiege und ein Ölportrait: das einzige authentische Portrait, das noch vor seinem Tod (von Franz Altmutter) gemalt wurde.