Das Mausoleum

“Das ist ja viel zu groß für meinen Hansl“, sagte einst Anna Gräfin Meran, und meinte damit das Mausoleum von Schenna, in dem ihr verstorbener Mann, Erzherzog Johann, 1869 beigesetzt wurde. Und so wenig es in seinen Ausmaßen zum bescheidenen Erzherzog passt, so wenig scheint es stilistisch in die Architekturwelt des alten Tirol zu passen: neugotisch, aus rötlichem Sandstein nach Plänen des Wiener Architekten Prof. Moritz Wappler gebaut, sehr exponiert am äußersten Rand des Kirchhügels von Schenna. Aber kunsthistorisch von besonderer Bedeutung, ist das Mausoleum doch eines der ersten und eines der bemerkenswertesten neugotischen Sakralbauten des 19. Jahrhunderts. Die künstlerische Ausgestaltung ist das Werk heimischer Künstler: die farbenfrohen Fenster, der verspielte Altar, zahlreiche Figuren und der üppig verzierte Sarkophag. Hier ruht an Johanns Seite seine geliebte Frau, Anna Gräfin Meran - mein Zirkoon, wie er sie liebevoll nannte - und in zwei separaten Grablegen deren einziges Kind, Franz Graf Meran, und dessen Gemahlin, Theresa Gräfin Lamberg.